Umbau für inklusiven Unterricht: Stadt investiert mehr als eine halbe Millionen Euro

Inklusion, nach und nach

(jan) Hildesheim. Inklusion an Schulen – politisch gewollt, von vielen Eltern gefordert und inzwischen gesetzlich zugesichert. Die freie Schulwahl für Kinder mit Beeinträchtigungen bringt zahlreiche Vorteile, vor allem für die betroffenen Familien, mit sich – zugleich aber auch enorme finanzielle Herausforderungen für die Kollegien und die Schulträger.

Wilfried Kretschmer kann das bestätigen und als er von einer Mutter erfährt, die die Raumsituation für einige Inklusionsschüler in der Robert-Bosch-Gesamtschule (RBG) kritisiert, sagt der Schulleiter: “Die Frau beschwert sich zu Recht.” Einerseits. Andererseits wünscht er sich auch von den Eltern etwas mehr Geduld. “Es sollte schnell etwas passieren, das ist richtig. Aber manchmal muss man eben en wenig warten.”

Seit Sommer 2013 werden drei beeinträchtigte Schüler der RGB für vier bis fünf Stunden aus der Inklusionsklasse der achten Jahrgangsstufe genommen, um mit ihnen in den Fächern Deutsch, Mathe und Englisch gezielt auf ihrem Niveau zu lernen. Der Ort dafür – ein Provisorium, eher Abstell- als Klassenzimmer, nicht selten dringt Lärm aus dem benachbarten Kunstraum herüber. Alles andere als optimale Bedingungen, räumt Kretschmer ein, Allein, es fehlte bisher der nötige Platz, die Schule ist mit rund 1.400 Schülern komplett ausgelastet.

In enger Abstimmung mit der Stadt ist nun aber eine Lösung gefunden worden: Durch Umbauten in einem anderen trackt soll im Zusammenhang mit der Sanierung von WCs ein zusätzlicher Raum geschaffen werden. Zudem wird im Gebäude für gehbehinderte Schüler noch ein neuer Fahrstuhl eingebaut – insgesamt investiert die Stadt in der RGB in diesem Sommer rund 200.000 Euro.

Aber auch in anderen Schulen stehen Umbauten für die Inklusion an. In der Grundschule Ochtersum werden ein Aufzug, ein Lifter und neue Leuchten eingebaut, Kosten: rund 122.000 Euro. Und 296.000 Euro sind für Arbeiten in der Realschule Himmelsthür eingeplant.

Quelle: KEHRWIEDER am Sonntag – 8. Juni 2014 – Seite 6